In Zungen (Gorgeous isn’t good enough)

Fotografische Experimente/Grenzüberschreitungen

Dozent: Thomas Zika
Termin: 23.07. – 25.07.2021
Preis: 250,- EUR
Zeit: Fr – So: 10 – 14 Uhr + 15 -18 Uhr
Ort: Medienraum 3

Lernziele/Inhalte

Die christliche Religion berichtet davon, dass zu Pfingsten der Heilige Geist über die Apostel Jesu kam, und diese dann nicht mehr in ihrer angestammten (aramäischen) Sprache sprechen konnten, sondern in einer seltsamen, nie gehörten fremden Sprache: „in Zungen“. Wenn Mystiker, Seher, Propheten mit Gott sprachen oder Er mit ihnen und sie davon berichten wollten, gab es profunde Kommunikationsprobleme. Der Fachterminus dafür ist Glossolalie.

Vom Philosophen Wittgenstein ist der berühmte Satz überliefert: „Worüber man nicht reden kann, darüber soll man schweigen“. Nur echte Mystiker schweigen, alle anderen schreiben Literatur, malen Bilder, tanzen Tänze, lehren Schüler oder fotografieren.

Meine Idee ist, mit den Mitteln der Fotografie möglichst nah an den Punkt zu kommen, an dem ein Bild wirklich „mehr sagt als 1000 Worte“. Mich interessieren in diesem Kurs nicht die vielen kommunikativen Fotos, die schlauen Konzepte, die Selfies auf Instagram, sondern mittels des Mediums Fotografie erstellte Bilder, die sich ihren inkommensurablen „Rest“ bewahren (wollen) (müssen), und das, was wir auch als die „Magie der Bilder“ bezeichnen.

Zufall, Kontrollabgabe, Ästhetik des Fehlers, Unikat/Original/ Aura, Handwerk/Technik, Einzelbild, Autonomie, Experimente scheinen für künstlerisch arbeitende Fotografinnen unterschiedliche Strategien darzustellen, um den Betrachter durch die Präsenz des Bildes zu überwältigen. Andere Kunst- bzw. Gestaltungsformen wie Musik, Literatur, Malerei etc. zeigen uns an vielen Beispielen, dass diese Ausnahmezustände natürlich medienübergreifend zu erfahren sind. Im Zentrum des Kurses steht die Fragestellung, wie aus einem Foto ein Bild werden kann.

Das Forschungs- und Arbeitsprotokoll wird abschließend in einem „Künstlerbuch“ (egal ob analog oder digital) dokumentiert. Wenn möglich, sind zu dem Format Exkursionen in Ausstellungen und Museen geplant.

Benötigtes Material

Es wäre schön, wenn jeder Teilnehmende eigenes oder auch fremdes Bildmaterial mitbringen könnte, von dem er/sie glaubt, dass es als Beispiel oder als Fragezeichen funktionieren könnte. Selbstverständlich brainstorme ich aber in der Einführungsveranstaltung über das Thema, zeige Beispiele und stelle diese zur Diskussion.

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