6. Januar bis 15. Februar 2018: Ausstellung „… mit ihren Pferden und Kötern“ von Jochem Ahmann

Vernissage: Samstag, 6. Januar 2018 um 19 Uhr
Ausstellungszeitraum: 06.01. – 15.02.2018
Öffnungszeiten: Di 15–18 Uhr / Do 18–20 Uhr / sowie nach Vereinbarung.

Jochem Ahmann

… mit ihren Pferden und Kötern

Bilder – Objekte – Installationen

Einführung: Carsten Roth M.A., Kunsthistoriker, Kurator des Kunstvereins

Das Schaffen von Jochem Ahmann lässt sich mit dem Titel der Komödie „Scherz, Satire, Ironie und tiefere Bedeutung“ von Christian Dietrich Grabbe (1822) gut überschreiben. Grabbe und Ahmann verbindet die Vermischung ihrer Disziplinen mit ätzender Kunst- und Gesellschaftssatire, possenhaftem Unsinn sowie der Fähigkeit, sich selbst nicht durchweg ernst zu nehmen. Weil in der Hölle geputzt wird, kommt bei Grabbe der Teufel auf die Erde. In der Ära Ahmanns haben sich die törichten Teufel auf dem Gebiet der absurden Weltpolitik potenziert. Der Ausstellungsstitel etwa spielt an auf Recep Tayyip Erdoğan. Als im März 2017 in den Niederlanden ein AKP-Demonstrant von einem Polizeihund gebissen wurde, nutzte der türkische Präsident den Vorfall für abstruse Propaganda-Attacken auf Angela Merkel: „Sie greifen uns mit ihren Hunden und Pferden an, und Du greifst uns auch mit Hunden und Pferden an.“ Solch alltäglicher Schwachsinn ist es, auf den Ahmann in spielerischer und einfallsreicher Weise seismographisch reagiert. Mit einem Kaleidoskop skurriler Einfälle unterläuft er in dadaistischer Tradition Erwartungshaltungen, benutzt kreativ Klischees, um sie zu brechen, hinterfragt humorvoll Ikonen des 20. Jahrhunderts, hält der Bildenden Kunst den Eulenspiegel vor die Nase und ist sich dabei bewusst, wie sehr ihm seine Kunst dabei zugleich als Selbstschutz dient.

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