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Pressearchiv 2002
   
  Lehre gegen Leere

Seit der Eröffnungsausstellung im November saßen sie in der Essener freien kunstakademie AG nicht auf ihren Händen. Das erste Semester in den Räumen der Kupferdreher Weberei Colsman ist bewältigt, die Fußböden haben ein paar Kleckse abbekommen, und auch auf Leinwänden, auf Karton und Papier ist mit Farbe nicht gespart worden.
Die Studierenden und Dozenten zeigen bei der einwöchigen Semesterabschlussausstellung nun, dass sich der Umzug in die neuen Räume gelohnt hat und dass Kunst wohl mit Können zu tun hat, man Können aber durchaus lernen kann.
Gestaltete sich dies im abgelaufenen Semester vornehmlich in den Bereichen Malerei und Bildhauerei, soll der Lehrbetrieb von Beginn des Sommersemesters (Start 1. April) auch die Ausbildung in den Sparten Fotografie und Druckgrafik umfassen, wozu eigene Werkstätten und Labors eingerichtet wurden.
Thomas Zika, der u. a. bei Prof. Bazon Brock studierte, leitet neben seiner Lehrtätigkeit an der Universität Wuppertal fortan den Bereich Fotografie, der auch die digitale Bildbearbeitung einschließen wird. Der Künstler Ulrich Wittke managed den Bereich Druckgrafik, und Gerhard Richters Meisterschüler Bernard Lokai übernimmt eine Malerei-Klasse.
Zur Vernissage am Freitag, 12. 04. um 19 Uhr laden die Studierenden alle Kunstinteressierten ein, die sich dann am darauf folgenden Samstag in Prof. Dr. Anna Zikas Vortrag ; Polis ? Kulturraum gestalten? (19 Uhr) in der Theorie das anhören können, was die freie kunstakademie weiterhin in die Praxis umsetzen wird: Der Leere an sich mit der Lehre der Kunst begegnen.

A.L. Coolibri April 2002



?Wir werden uns einen hervorragenden Ruf erarbeiten.?

Die Vielfalt der Region offenbart sich häufig erst beim zweiten Blick. In den Räumen der Weberei Colsman im Essener Stadtteil Kupferdreh residiert seit Oktober des vergangenen Jahres die freie kunstakademie. Auf dieser privat finanzierten Institution arbeiten und lernen die Studenten in den Fächern Malerei, Grafik, Bildhauerei und Plastik.

Die Kunstakademie in einer Weberei ist allerdings nicht der einzige überraschende Moment; die Lehranstalt firmiert in freier Trägerschaft in der Rechtsform der sogenannten kleinen Aktiengesellschaft. Akademieleiter Stephan Schneider ist gleichzeitig Vorstand: ?Unser Standort in Essen und im Ruhrgebiet ist extrem wichtig und zentral. Die freie kunstakademie zeigt den Reiz der Region, indem sie ehemaligen Industrieraum in Kunstraum umgestaltet.?

Eine rund 500 qm große Etage des weitläufigen Komplexes der Weberei aus dem 19. Jahrhundert wurde für die freie kunstakademie umgebaut. Seit dem Wintersemester läuft der Lehrbetrieb. Dozenten wie Stephan Schneider, Heinz Morszoeck und Bernard Lokai, allesamt selber renommierte Künstler und ehemals Meisterschüler der deutschen Künstlerelite Richter, Lüpertz und Erben, unterrichten mittlerweile 40 Studenten. Pro Monat kostet die Ausbildung 385 Mark. ?Wir werden uns einen hervorragenden Ruf erarbeiten, bereits wenige Wochen nach dem Beginn des Lehrbetriebes kommen unsere Studentinnen und Studenten aus allen Teilen Deutschlands und den Benelux-Staaten. Für mich ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis unser Haus auch staatlich anerkannt werden könnte.?

Das Studium an der freien kunstakademie ist auf 6 Semester angelegt. Wie an einer ganz normalen Universität teilt sich die Ausbildung in Grund- und Hauptstudium auf. Doch im Gegensatz zur anonymen Massenuni lernen die Studenten in Klassen von höchstens 15 Personen. Neben dem herkömmlichen Vollzeitstudium bietet die kunstkademie auch die Möglichkeit, am Wochenende zu studieren.
?In der Kunst sind andere Strategien nötig als in Wirtschaft und Beruf. Wer sich mit der Kunst beschäftigt, wird auch mit dem Scheitern konfrontiert und lernt, auf Umwegen zum Ziel zu kommen.?
Heike Ising-Alms studiert neben ihrem Beruf. Wie viele ihrer Kommilitonen und Kommilitoninnen nutzt sie die freie kunstakademie, um aus den eingefahrenen Wegen und Perspektiven des Alltags heraus wieder ein sensibles Gespür für Proportionen, Farben, Raum und Perspektiven zu bekommen. Im Laufe des Jahres wird das Lehrangebot um die Fachbereiche Fotografie und Elektronische Medien erweitert. Wer durch die Werkstätten und Ateliers der freien kunstakademie geht, den kribbelt es fast zwangsläufig in den Fingern ? die Gedanken werden kreativ.
?Wann haben sie eigentlich das letzte Mal in der Dunkelkammer Schwarzweißfotos auf Barytpapier abgezogen? So ganz klassisch, wie sie das immer schon wollten?? Stephan Schneider lächelt spitzbübisch.

S. K. Rhein-Ruhr-Magazin (Ausgabe Winter 2001 / 2002)



Wochenmarkt 12. 04. 02
Semesterabschlussausstellung am Hinsbecker Löh


Nach der überraschenden Gründung der Freien Kunstakademie AG am Hinsbecker Löh in Kupferdreh, zog jetzt deren Leiter Stephan Schneider ein erstes positives Resümee. Anläßlich eines Pressegespräches zur Semesterabschlussausstellung, [?] blickte der Meisterschüler von Ulrich Erben optimistisch in die Zukunft.

?Wir sind zufrieden?, stellte Stephan Schneider fest. ?In den wenigen Monaten nach unserer Gründung haben sich die Studentenzahlen [?] verdoppelt. Außerdem erweitern wir zum neuen Semester unser Angebot und dafür haben wir auch neue Räume eingerichtet.?


Wochenmarkt 17. 04. 02

Die Studentinnen und Studenten [?] der Freien Kunstakademie in Kupferdreh eröffneten gemeinsam mit den Dozenten [?] am vergangenen Freitagabend ihre Semesterabschlussausstellung. Zahlreiche Besucher und Kunstinteressierte waren in die Räume der Akademie im Hinsbecker Löh 10, im Hause Colsman gekommen, um die Werke der Studierenden zu betrachten. Bilder, Fotos und Skulpturen, ob fertiggestellt oder noch in Arbeit, waren für de Gäste stilvoll ins Licht gesetzt worden. In persönlichen Gesprächen mit den ?Künstlern? erfuhren die Betrachter alles über die Entstehung und Verwirklichung bishin zur Fertigstellung der Werke. Stolz präsentierte der Leiter der Freien Kunstakademie, Stephan Schneider [?] das Fotolabor sowie eine Druckwerkstatt und vier weitere Arbeitsplätze.


Wochenpost 17. 04. 02
Studenten luden zum ?Rundgang? in die ?freie Kunstakademie?


In den Räumlichkeiten der ?freien Kunstakademie? in der Weberei Colsman in Kupferdreh herrschte großer Andrang. Zahlreiche Kunstinteressierte besuchten die Eröffnung der Semesterabschlussausstellung der Studenten. Die Vernissage zeigt Arbeitsergebnisse des letzten Semesters aus den Bereichen Malerei, Bildhauerei, Grafik und Fotografie. Die freie Kunstakademie hatte im letzten Oktober ihren Lehrbetrieb aufgenommen. [?]

 
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